Rückfettende Pflege
Bei trockener und empfindlicher Haut stärken rückfettende Cremes und Salben die Hautbarriere. Bei Neurodermitis gehört diese Basispflege zur leitliniengerechten Behandlung.
Unsere Organe
Die Haut ist das größte Organ des Körpers. Sie schützt, fühlt, kühlt und bildet Vitamin D. Hier erfährst du, wie sie aufgebaut ist, was sie belastet und wie die naturheilkundlichen Ansätze rund um die Haut einzuordnen sind.
Die Haut bedeckt bei Erwachsenen eine Fläche von anderthalb bis zwei Quadratmetern und wiegt mehrere Kilogramm. Sie besteht aus drei Schichten mit unterschiedlichen Aufgaben.
Außen liegt die Oberhaut mit der Hornschicht, die sich etwa alle vier Wochen erneuert. Darunter folgt die Lederhaut mit Bindegewebe, Blutgefäßen, Nerven, Schweiß- und Talgdrüsen. Die Unterhaut besteht vor allem aus Fettgewebe, das polstert und wärmt.
Auf der Haut liegt ein dünner, leicht saurer Film aus Schweiß und Talg. Zusammen mit den Bakterien, die die Haut natürlicherweise besiedeln, gehört er zur Schutzbarriere.
Gut belegt
Die Hornschicht hält Wasser im Körper und Keime, Schadstoffe und UV-Strahlung so weit wie möglich draußen. Der saure Hautfilm erschwert es vielen Krankheitserregern, sich anzusiedeln.
Wird es warm, erweitern sich die Blutgefäße der Haut und die Schweißdrüsen geben Schweiß ab, der beim Verdunsten kühlt. Bei Kälte ziehen sich die Gefäße zusammen und halten die Wärme im Körper.
Millionen Nervenenden und Tastkörperchen melden Berührung, Druck, Temperatur und Schmerz. Die Haut ist damit das größte Sinnesorgan.
Unter dem Einfluss von UV-B-Strahlung bildet die Haut eine Vorstufe von Vitamin D. Leber und Nieren wandeln sie in die wirksame Form um.
In der Haut sitzen spezialisierte Immunzellen, die Eindringlinge erkennen und die Abwehr alarmieren.
Die Haut liefert dem Gehirn ständig Sinneseindrücke. Umgekehrt steuert das vegetative Nervensystem Schweißdrüsen und Hautdurchblutung – deshalb zeigen sich Stress und Aufregung oft an der Haut.
Unter der Haut liegt ein dichtes Netz von Lymphgefäßen, das Gewebsflüssigkeit abtransportiert und Abwehrzellen zu den Lymphknoten bringt.
Die Vorstufe von Vitamin D aus der Haut wird in Leber und Nieren fertiggestellt. Schweiß besteht fast nur aus Wasser und Salzen; die eigentliche Ausscheidung von Stoffwechselprodukten leisten die Nieren.
Die Leber baut den Blutfarbstoff ab. Ist sie stark belastet, kann sich das an einer Gelbfärbung von Haut und Augen zeigen – ein Warnzeichen, das ärztlich abgeklärt gehört.
Muttermale, die sich in Form, Farbe oder Größe verändern, jucken oder bluten, sowie Wunden, die über Wochen nicht abheilen, gehören zur Hautärztin oder zum Hautarzt. Das gilt auch für einen plötzlichen, ausgedehnten Ausschlag, besonders mit Fieber, und für starken Juckreiz ohne erkennbaren Grund. Ab 35 Jahren übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen alle zwei Jahre ein Hautkrebs-Screening.
Die Naturheilkunde kennt für die Haut Heilpflanzen, Bäder und Anwendungen wie Sauna oder Bürsten. Sie sind unterschiedlich gut untersucht. Deshalb steht bei jedem Ansatz, auf welcher Ebene er einzuordnen ist.
Bei trockener und empfindlicher Haut stärken rückfettende Cremes und Salben die Hautbarriere. Bei Neurodermitis gehört diese Basispflege zur leitliniengerechten Behandlung.
Zubereitungen aus diesen Pflanzen werden traditionell bei leichten Hautreizungen und kleinen Wunden äußerlich angewendet und sind in Europa als traditionelle pflanzliche Arzneimittel anerkannt. Die Studienlage ist dünn. Wer auf Korbblütler allergisch reagiert, sollte Kamille und Ringelblume meiden.
Regelmäßige Saunagänge werden in Beobachtungsstudien mit Vorteilen für Herz und Kreislauf in Verbindung gebracht, und viele Menschen empfinden sie als entspannend. Dass der Körper über das Schwitzen nennenswert „entgiftet“, ist nicht belegt.
Das Bürsten der trockenen Haut entfernt lose Hautschüppchen und regt die Durchblutung an. Weitergehende Wirkungen, etwa auf Entgiftung oder Bindegewebe, sind nicht belegt. Bei gereizter oder entzündeter Haut ist es nicht geeignet.
In der Naturheilkunde wird gelehrt, basische Bäder würden den Körper über die Haut entsäuern. Dafür gibt es keine Belege. Lange, stark basische Bäder können den natürlichen Säureschutz der Haut sogar stören.
Hautprobleme werden in manchen naturheilkundlichen Lehren mit Schwermetallen in Verbindung gebracht, etwa bei Anthony William. Das ist die Lehre der jeweiligen Autoren; belegt ist dieser Zusammenhang nicht. Bei begründetem Verdacht auf eine Schwermetallbelastung ist die ärztliche Abklärung der richtige Weg.
Schatten, Kleidung und Sonnencreme schützen vor Sonnenbrand und senken das Hautkrebsrisiko. Meide im Sommer die Mittagssonne und verzichte auf das Solarium.
Gut belegtLauwarmes Wasser, kurze Duschen und milde, pH-hautneutrale Waschprodukte schonen die Hautbarriere. Trockene Haut braucht danach eine rückfettende Pflege.
Gut belegtRauchen verschlechtert die Durchblutung der Haut, lässt sie schneller altern und stört die Wundheilung.
Gut belegtEine abwechslungsreiche Ernährung mit viel Gemüse und Obst versorgt die Haut mit Vitaminen und Fettsäuren. Viel mehr zu trinken als nötig, macht die Haut nicht nachweislich schöner.
PlausibelDie Haut regeneriert sich vor allem nachts. Dauerstress kann Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Schuppenflechte verschlechtern.
PlausibelKaum. Schweiß dient der Kühlung und besteht zu rund 99 Prozent aus Wasser, dazu kommen Salze und sehr kleine Mengen anderer Stoffe. Abbau und Ausscheidung leisten vor allem Leber und Nieren.
Die Oberhaut erneuert sich etwa alle vier Wochen. Neue Zellen entstehen in der untersten Schicht, wandern nach außen, verhornen und werden als feine Schüppchen abgestoßen. Mit dem Alter dauert das länger.
Nach den Empfehlungen deutscher Fachbehörden genügt es, Gesicht, Hände und Arme zwei- bis dreimal pro Woche unbedeckt und ohne Sonnenschutz der Sonne auszusetzen – für die Hälfte der Zeit, in der man sonst einen Sonnenbrand bekäme. Im Winter reicht die Sonne in Deutschland dafür nicht aus; dann greift der Körper auf seine Speicher zurück.
Das wird in der Naturheilkunde oft gesagt und in der Forschung unter dem Begriff Darm-Haut-Achse untersucht. Es gibt Hinweise auf Zusammenhänge, aber noch keine gesicherten Empfehlungen, die sich daraus ableiten lassen.
Dieses Angebot ordnet einen viel diskutierten Ernährungsansatz ein. Es ist keine Behandlung von Hauterkrankungen oder einer Schwermetallbelastung und verspricht keine nachgewiesene Ausleitung.
Acht Kuren und Ansätze mit persönlicher Begleitung im Überblick.
Alle begleiteten Kuren ansehenModul 4 des Detox Masterplans widmet sich Haut und Lymphsystem. Du ordnest beide im Zusammenhang mit Regeneration ein und schreibst deinen persönlichen Folgeplan.
Zum Detox MasterplanZuletzt geprüft am von Robin Krauss. Diese Seite dient der Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Medikamente nie eigenmächtig absetzen.