Unsere Organe

Das Mikrobiom: die Mitbewohner in deinem Darm

In deinem Darm leben Billionen von Bakterien. Sie verwerten, was du selbst nicht verdauen kannst, und stehen in engem Austausch mit Darmwand und Immunsystem. Hier erfährst du, was sie leisten, was ihnen schadet und wie die naturheilkundlichen Ansätze einzuordnen sind.

  • rund 40 Billionen Bakterien im Körper
  • Hunderte verschiedene Arten
  • ca. 200 g Gesamtgewicht
Auf dieser Seite
  1. Das Mikrobiom im Überblick
  2. Was das Mikrobiom leistet
  3. Wie das Mikrobiom mit anderen Organen zusammenarbeitet
  4. Was das Mikrobiom belastet
  5. Naturheilkundliche Ansätze für das Mikrobiom
  6. Das Mikrobiom im Alltag pflegen
  7. Häufige Fragen zum Mikrobiom

Das Mikrobiom im Überblick

Als Mikrobiom bezeichnet man die Gemeinschaft aller Kleinstlebewesen, die den Menschen besiedeln: Bakterien, aber auch Viren, Pilze und Archaeen. Die allermeisten leben im Dickdarm. Früher sprach man von der Darmflora.

Nach heutigen Schätzungen trägt ein Erwachsener etwa so viele Bakterien in sich, wie er eigene Körperzellen hat: rund 40 Billionen. Zusammen wiegen sie nur etwa 200 Gramm.

Die Zusammensetzung ist bei jedem Menschen anders, fast wie ein Fingerabdruck. Sie entsteht ab der Geburt, festigt sich in den ersten Lebensjahren und verändert sich mit Ernährung, Medikamenten und Lebensumständen.

Gut belegt

Was das Mikrobiom leistet

Wie das Mikrobiom mit anderen Organen zusammenarbeitet

Was das Mikrobiom belastet

  • Antibiotika: manchmal unverzichtbar, sie verringern aber vorübergehend die Vielfalt der Darmbakterien
  • Wenig Ballaststoffe und eine einseitige Ernährung
  • Viele stark verarbeitete Lebensmittel
  • Alkohol in größeren Mengen
  • Magen-Darm-Infekte
  • Dauerstress und Schlafmangel

Wann du ärztlichen Rat brauchst

Starker, blutiger oder mit Fieber verbundener Durchfall während oder nach einer Antibiotikabehandlung gehört sofort ärztlich abgeklärt. Das gilt auch für Verdauungsbeschwerden, die über Wochen anhalten. Stuhltests, die das Mikrobiom analysieren, haben bisher keinen gesicherten medizinischen Nutzen; aus ihren Ergebnissen lassen sich keine verlässlichen Empfehlungen ableiten.

Naturheilkundliche Ansätze für das Mikrobiom

Kaum ein Thema wird so stark beworben wie die Darmbakterien. Manche Empfehlungen sind gut untersucht, andere beruhen auf Erfahrung oder auf der Lehre einzelner Autoren. Deshalb steht bei jedem Ansatz, auf welcher Ebene er einzuordnen ist.

  • Gut belegt
  • Plausibel
  • Erfahrung
  • Autorenlehre

Das Mikrobiom im Alltag pflegen

  1. Pflanzliche Vielfalt

    Je mehr verschiedene Pflanzen auf dem Teller landen, desto vielfältiger ist in Beobachtungsstudien das Mikrobiom. Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Nüsse, Kräuter und Vollkorn zählen alle dazu.

    Plausibel
  2. Ballaststoffe

    Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Erwachsenen mindestens 30 Gramm Ballaststoffe am Tag. Steigere die Menge langsam und trinke genug, dann gewöhnt sich der Darm daran.

    Gut belegt
  3. Fermentiertes regelmäßig

    Eine kleine Portion Naturjoghurt, Kefir oder rohes Sauerkraut am Tag ist ein einfacher Weg, lebende Bakterien aufzunehmen.

    Plausibel
  4. Antibiotika mit Bedacht

    Antibiotika können lebenswichtig sein. Nimm sie nur, wenn sie ärztlich verordnet sind, und dann genau wie besprochen.

    Gut belegt
  5. Bewegung und Schlaf

    Regelmäßige Bewegung und ausreichend Schlaf gehen in Studien mit einem vielfältigeren Mikrobiom einher.

    Plausibel

Häufige Fragen zum Mikrobiom

Was ist der Unterschied zwischen Mikrobiom und Darmflora?

Gemeint ist dasselbe. Darmflora ist der ältere Begriff aus einer Zeit, in der Bakterien zu den Pflanzen gezählt wurden. Heute spricht man vom Mikrobiom oder von der Mikrobiota.

Kann ich mein Mikrobiom testen lassen?

Stuhltests werden frei angeboten, ihr Nutzen ist aber nicht belegt. Es gibt keine einheitliche Definition eines gesunden Mikrobioms, und die Ergebnisse schwanken von Tag zu Tag und von Labor zu Labor.

Erholt sich das Mikrobiom nach Antibiotika?

Bei den meisten Menschen ja, zum großen Teil innerhalb von Wochen bis Monaten. Einzelne Bakterienarten können länger fehlen. Eine ballaststoffreiche, abwechslungsreiche Ernährung unterstützt die Erholung.

Brauche ich Probiotika?

Für Gesunde ist ein Nutzen nicht gesichert. In bestimmten Situationen können einzelne Präparate sinnvoll sein; welche, hängt vom Einzelfall ab. Menschen mit geschwächtem Immunsystem sollten Probiotika nur nach ärztlicher Rücksprache nehmen.

Begleitete Kuren rund um Darm und Mikrobiom

Diese Angebote beschäftigen sich mit Darm und Ernährung. Eine gesundheitliche Wirkung wird nicht zugesichert; ob ein Angebot zu dir passt, klären wir im kostenlosen Erstgespräch.

Quellen und Hinweise

Zuletzt geprüft am von Robin Krauss. Diese Seite dient der Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Medikamente nie eigenmächtig absetzen.

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